the blind corner

Anna Sopova

Anna Sopova interessiert sich für wechselnde Perspektiven von Überwachung. Museumsbesucher*innen werden zu beobachtbaren Objekten, sobald sie das Museum betreten; hier wird der/die Besucher*in mehreren Phasen der Beobachtung unterzogen, um sein/ihr Verhalten zu verfolgen. Vitrinen schützen Objekte, können aber auch selbst zu Schnittstellen der Beobachtung werden. Ein Spiegel, eine Reflexion in einem Schaufenster, Geräusche, die es uns ermöglichen, die Entfernung zum Objekt zu bestimmen. In welchen Situationen wird das Glas zum Spiegel und umgekehrt? Technologien aus dem Sicherheits- und Militärbereich werden auf das Museum übertragen, und die Aufmerksamkeit verlagert sich von der Sammlung auf die Besuchenden.

Anna Sopova ist Künstlerin, Forscherin und unterrichtet in Theorie und Praxis. Ihre Praxis umfasst Installationen, skulpturale Objekte, Fotografie und 3D-Grafik. Sie arbeitet forschungsbasiert mit Archivmaterialien, Fundstücken und theoretischen Texten. In ihrer Arbeit setzt sie sich mit Themen wie Überwachung und Kontrollsystemen, akustischer Spionage, zivilen Widerstandsstrategien, Akzelerationismus und Zeitlichkeit auseinander. Beeinflusst von Science-Fiction-Literatur erschafft sie interdisziplinäre und interaktive Umgebungen, die zur kritischen Auseinandersetzung mit politischen und technologischen Gegenwarten einladen.

19.08.2025 — Rosa Mercedes / 09